No risk no campside
- 1. Sept. 2015
- 6 Min. Lesezeit
So….etwas verzögert kommt jetzt mein erster Blog zu unserm Urlaub in den letzten zwei Wochen. So wies aussieht hab ich aber nächster Woche hier fest WLAN und kann dann endlich mehr Blog schreiben (wobei nächste Woche hier meistens dann nicht heißt, dass es auch wirklich nächste Woche passiert. Mal sehen) Also, hier jetzt erstmal der erste Teil:
Juhe…ich lebe J Und das ist nach den letzten Tagen schon ein bisschen ein Glück J Und weil ich das ganze Erlebte garnicht alles auf einmal erzählen kann bekommt ihr jetzt alles nach und nach.
Ich fang am besten am Anfang an. Nach unserm verlängerten Mädels-Wochenende in Windhoek sind wir am 19.08 los Richtung Maun, Botswana. Die 850km haben wir mit Eike super geschafft und sind nach etwa 10h angekommen. Da uns ständig Kühe, Ziegen und Esel den Weg versperrt haben hat sich die ganze Fahrt etwas in die Länge gezogen^^ Der Camping-Platz war richtig schön, auch wenn wir (zum wiederholten Mal in dieser Woche) um 21:45h angemeckert wurden, wir sollen doch jetzt mal endlich leise sein. Der Wortlaut, der so laut übers Camp gebrüllt wurde, dass danach alle wach waren, war „Don´t be so selfish, there´re others here!!!“ Alles klar….
Am nächsten Tag haben wir dann spontan unsere Pläne geändert, nachdem wir einen andern Deutschen getroffen hatten. Er meinte wenn wir einen 4x4 haben (Eike, olé olé) sollten wir unbedingt den direkten Weg nach Kasane fahren, der allerdings eine Piste und keine Straße ist und damit nur für 4x4 befahrbar. Wir dachten uns zu diesem Zeitpunkt „Ein Abenteuer? Immer her damit!!“ Also haben wir unser Zelt gepackt, Wasser und (GOTT SEI DANK) einen extra Kanister Benzin gekauft und sind losgedüst. Wobei düsen das falsche Wort ist. Bereits nach etwa 5km begann nämlich die Schotterpiste. Diese war zu dem Zeitpunkt aber noch relativ breit und halbwegs befestigt. Die ganze Fahrt wurde zwar auf ein Tempo von 40km/h beschränkt und wir wurden ordentlich durchgeschüttelt, aber (ihr erinnert euch: ich wollte Abenteuer) es hat uns richtig Spaß gemacht. Wir hatten sehr unterschiedliche Angaben zur Länge der Strecke bekommen und so beschlossen wir Tank zu sparen und ohne Klimaanlage zu fahren. Das hat bei einer Außentemperatur von 35 Grad allerdings nach kürzester Zeit dementsprechende Spuren an uns hinterlassen und wir schmiedeten schon Pläne uns nach einer erfrischenden Dusche im Camp ein kühles Bier zu kaufen. (Dieser Plan blieb leider ein Wunschtraum, gleich mehr dazu). Wir fuhren also entspannt (verschwitzt) die 4x4 Straße entlang (die durch den Moremi National Park führt) und rechneten nicht wirklich damit irgendwelche Tieren zu sehen, da ja nirgendwo Zäune geschweige denn Menschen waren. Und so waren wir alle drei gleichermaßen überrascht und total erschrocken als hinter einer Wegbiegung plötzlich 3 Giraffen mitten auf der Straße standen(Wera brach spontan in hysterisches Geschrei aus). Genauso erging es uns dann auch kurz darauf bei dem riesen Elefanten mitten auf der Straße. Der hielt uns auch etwas auf… Wir (zum ersten Mal so nah an einem Elefanten) wussten nicht so recht was wir machen sollten und warteten erstmal ab, in der Hoffnung der Elefant würde weggehen. Falsch gedacht. Nachdem nach 10min die Hitze im Auto auf ihren Höhepunkt zusteuerte beschlossen wir langsam auf ihn zuzurollen. Hat dann auch geklappt :D Er hat sich (gaaaaaanz gemächlich) von der Straße bewegt und die Fahrt in Richtung des erhofften Bieres konnte weiter gehen.

5 Stunden und unzählige weitere Wildtiere später kamen wir endlich an. Rezeption?? Dusche?? Bier?? Menschen?? Irgendwas?? Nichts……Ja,so sahs aus. Das „Camp“ stellte sich als Sandplatz heraus, bei dem an ein paar Bäumen Schilder mit „X1“ bis „X6“ angebracht waren. Das wars…. Nach ein paar Minuten in der sich Verwirrung, Frustration, Müdigkeit, Angst und Abenteuerlust gleichermaßen in meinem Kopf abwechselten suchten wir unseren Platz (in der Reservierungsbestätigung stand X5) und bauten unser Zelt auf. Leichte Unsicherheit machte sich breit. Bevor wir uns aber weiter Sorgen machen konnten meldeten sich unsere knurrenden Mägen und forderten Essen. Also zogen wir los um Feuerholz und Elefanten-Bubu (klappt super als Brennmaterial und ist reichlich vorhanden) zu sammeln und machten ein Feuer. Hat sogar richtig gut geklappt und nach nur 1h gab es ein Kartoffel-Broccolie Misch-Masch, gewürzt mit Salz (mehr hatten wir nicht…), gekocht überm offenen Feuer.

Dass plötzlich ein Elefant direkt neben uns (und unserm Zelt) auftauchte fand ich da ja irgendwie noch witzig… Gesättigt und zufrieden sind wir ins Zelt gekrabbelt und schlafen gegangen. Hat genau 5 Stunden geklappt und dann war ich hellwach. Es ist unmöglich bei so vielen Tiergeräuschen um einen zu schlafen. Die Geschichten die ich im Camp am Abend davor noch super spannend fand klangen jetzt ganz und garnicht mehr verlockend. „Moremi ist der einzige Park in Afrika in dem Löwenrudel noch lebende Elefanten reißen“, „Die Tiere sind völlig frei und kommen direkt ans Zelt“, „Man ist ganz alleine in der Natur“…..So lag ich dann im Zelt, hab die Decke angestarrt und gehofft, dass mein schönes Leben nicht in dem Bauch von nem Löwen endet. Oder unter dem Stampfer eines Elefanten. Wie ihr seht/lest hat das Gott sei Dank geklappt und ich war ganz erleichtert als weitere 5 Std später die Sonne aufging. Damit begann unser nächster Tag. Ein Ranger hatte uns am Tag davor gesagt, dass es von dem Camp nach Kasane (unser Ziel an diesem Tag) etwa 4 bis 5 Stunden Fahrt sind. Dafür sollte unser halbvoller Tank noch reichen. Wir wollten früh ankommen und so fuhren wir um 7 schon los, erleichtert, aber auch bereichert um diese außergewöhnliche Nacht und nichtsahnend, dass uns der verrückte Teil der Reise noch bevorstand. Die ersten 4 Std der Fahrt waren zwar deutlich holpriger und anstrengender als am Tag davor aber wir kamen trotzdem voran. Auch wenn wir des Öfteren an Weggabelungen ohne Schild kamen und frei nach dem Bauchgefühl den Weg wählten. Das führte dazu, dass wir uns auf einmal vor einem Wasserloch wieder fanden. Aber auch der Alternativ-Weg endete leider in einem Wasserloch. Also hieß es Augen und Fenster zu und durch. Ich hab´s gefilmt. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt als ich dachte das wars jetzt und das filmen total vergaß (hier wollte ich ein Video einfügen, geht aber iwie nicht....Vielleicht finde ich noch raus wie :) ) Wir haben es aufjeden Fall geschafft :)
Das nächste Problem ließ allerdings auch nicht lange auf sich warten. Der Weg wurde immer sandiger und enger und so passierte es, dass wir (bzw Eike) stecken blieben. Das wäre an sich ja nicht soooo das Drama. Wenn man allerdings die Tatsache beachtet, dass uns an diesem Tag (wir waren bereits 7 Std unterwegs) erst 3 Autos entgegen gekommen waren, wurde die Situation schon brenzlicher. Zumal auch unser Tank immer leerer wurde. Gut, dass das Glück auf unserer Seite war und uns nach nur 5 Minuten Warten und ratlosem Rumstehen ein Auto entgegen kam. Der Typ hat uns dann auch geholfen. Allerdings erst nachdem er uns seine völlige Ungläubigkeit darüber mitteilte, dass wir als 3 Frauen ohne Mann unterwegs sind. Aber nicht etwa weil er es als zu gefährlich empfindet sondern vielmehr weil es seinen Vorstellungshorizont überschritten hat, dass 3 Frauen alleine dazu fähig sind ein Auto zu lenken. Da hat ihn unser Stecken-bleib-Schlamassel nur noch mehr in seiner Meinung bestärkt. Nachdem wir Eike wieder ausm Sand hatten entließ unser Helfer uns dann noch mit den Worten „The Road is getting worse and worse now to Kasane. It took me 5 hours to drive it.“ Außerdem meinte er wir sollten bloß nicht langsam fahren, da wir sonst nochmal stecken bleiben würden. Also heizte ich mit 80 Sachen über die Piste. Das Eike und wir das unbeschadet überstanden haben gleicht einem kleinen Wunder.
Die Tanknadel näherte sich allerdings durch meinen Fahrstil leider im Minutentank der Null und das war dann spätestens der Zeitpunkt an dem wir das ganze mehr unheimlich als lustig fanden. Ich dachte zwischenzeitlich echt wir kommen nie mehr an und enden irgendwo im nirgendwo. Netz gab es seit 2 Tagen nicht mehr, Essen hatten wir scho seit dem Vortag nicht mehr und das Wasser wurde auch immer weniger. Aber da wir uns dachten, besser mit leerem Tank in der Nähe von Zivilisation stehen bleiben als mitten im Busch im Sand stecken zu bleiben heizten wir weiter und kamen, olé olé, nach weiteren 1,5h auf einer Teerstraße an und schlussendlich auch in Kasane. Dort erwartete uns das Paradies…

To be continued….
Und nächstes Mal bei „Susi goes Namibia“: 3 days in Paradise

Damit ihr mal seht wie ich immer fleißig Blog schreibe:






















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