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Ein Wochenende in Südwest-Deutschland

  • 11. Okt. 2015
  • 6 Min. Lesezeit

Was für ein Wochenende….

Was passiert ist…erfahrt ihr jetzt:

Wiedermal war unser Wochenende verplant mit einen Ausflug, unser Ziel war Swakopmund. Swakop liegt an der Westküste Namibias, direkt am Atlantik und mitten in der Namib-Wüste, der ältesten Wüste der Welt. Klingt beeindruckend…ist es auch! Außerdem leben in Swakop noch enorm viele Deutsche und das merkt man auch. Zum einen an den Menschen zum anderen an den Angeboten in den Restaurants, Cafés und Läden.

Wir haben also unsere Sachen gepackt, neben uns drei Poschardt-Praktikantinnen auch noch Paula (ebenfalls Praktikantin an meiner Schule) und Claudi (Praktikantin im Heim), ins Auto gesteckt und sind losgedüst, um 4 Stunden später in einer völlig anderen Welt anzukommen

In Otjiwarongo hat es mittlerweile lekkere 36-38 Grad jeden Tag und die Nacht bringt leider auch keine wirkliche Abkühlung mehr. Swakop liegt nur etwa 400 km südwestlich von uns und hat trotzdem ein vollkommen anderes Klima. Wir kamen bei kühlen 16 Grad an, dazu Wind und ein grau verhangener Himmel (so schön es ja ist seit 2 Monaten jeden Tag blauen Himmel und Sonnenschein zu haben, ich hab mich trotzdem oder gerade deshalb sehr über die grauen Wolken gefreut :P )

Zu unserem Glück sind auch in Swakopmund Teilnehmer unseres Projektes und so konnten wir für das Wochenende bei ihnen unterkommen. (Sogar in richtigen Betten schlafen :P ) Nachdem alle sich vorgestellt und begrüßt hatten, sind wir auch schon losgestartet und noch lecker Abendessen gegangen. Und hier war einer der schönsten Momente für mich an diesem Wochenende: Wir sind zu Fuß von der Wohnung der Jungs zum Kückis Pub gelaufen und ich hab mich gefühlt wie an einem verschlafenen Küstenort an der Ostsee. Ihr fragt euch, warum ich das so toll fand? Grauer Himmel? Wind? 15 Grad? Ostseeort? Klingt vielleicht wenig verlockend, für mich war es aber in dem Moment perfekt. Und das liegt an mehreren Dingen. Zum einen habe ich mich gefühlt, als würde ich durch eine Stadt in Deutschland spazieren, was nach so langer Zeit weg von Zuhause schon mal schön ist. Dann habe ich ganz einfach den Luxus genossen überhaupt die Möglichkeit zu haben, durch einen Ort zu schlendern und das auch noch im Dunkeln. Hier in Otji ist es wie fast überall in Namibia ziemlich unmöglich, sich frei zu bewegen und einfach mal los zu laufen. Zum einen wegen der ganzen Hunde, sowie diversen anderen gefährlichen Gestalten, zum anderen ist es einfach viel zu heiß. Und selbst wenn wir dem trotzen würden, Cafés oder Läden zum Bummeln gibt es so oder so nicht. Ein weiteres Feature für mich war die frische Luft. Hier steht die Luft nur noch und bei 5% Luftfeuchtigkeit hast du auch immer den Gedanken „Wo ist meine Sauerstoff-Maske?!“. Als ich aber dort Richtung Restaurant lief, hatte es 53% Luftfeuchtigkeit, war kühl und die Luft richtig frisch und gut und einfach angenehm zum Atmen :P Alles in einem ein super Abend. Das leckere Oryx-Steak mit Spätzle (ja, da merkt man wie deutsch Swakop ist…) hat es dann noch abgerundet.

Nachdem wir Samstag ausgeschlafen und gefrühstückt hatten, haben wir den Strand und die Stadt erkundet und dann gemütlich Kuchen gegessen und Kaffee getrunken (ihr merkt, der Kaffee hat das ganze Wochenende eine bedeutende Rolle gespielt. Aber wann bekomm ich denn hier schon mal einen Latte Macchiato mit Sojamilch?! Das mussten wir ausnutzen). Abends haben wir dann bei den Jungs Zuhause mit allen einen Braai gemacht.

Der Sonntag war dann echt ein special und super schöner Tag! In der Früh sind wir erstmal in die Kirche gegangen (wir hatten am Samstag zufälligerweise den Pfarrer getroffen der nur 3 Tage vorher an unserer Schule eine Andacht gemacht hatte). Hier sind Gottesdienste so anders als bei uns. Es gab eine Band, die gespielt hat, und einen Beamer, der den Text auf eine Leinwand projiziert hat. (Einen Beamer in der Kirche?!) Außerdem wurden keine Kirchenlieder gesungen in dem Sinne, wie wir sie kennen, sondern englische Lobpreisgesänge. Alles in allem war der Gottesdienst richtig schön und wir hatten dadurch schon einen guten und auch „spirituellen“ Start in den Tag. Claudi, hier nochmal mein Respekt dafür, dass du mitgekommen bist, obwohl du wahrscheinlich noch 1 Promille Alkohol im Blut hattest und dich zeitweise doch sehr anstrengen musstest, um nicht einzuschlafen :P Ich fands amüsant :P Danach sind wir, wie kann es auch anders sein, in einem Café hängen geblieben. Nachdem ich den dortigen Käsekuchen gegessen hatte, war es um mich geschehen. Es ist jetzt definitiv mein Lieblingscafé und ich freu mich schon, dort im Dezember wieder zu schlemmen. Abgerundet wurde der Tag dann mit dem bisher wohl beeindruckendstem Erlebnis, seitdem ich hier bin. Wir sind mit dem Auto in die Namib gedüst und nach nur 20 km Fahrt standen wir vor einer der höchsten Dünen der Welt, der Düne 7. Das Erste, was ich so beeindruckend fand, war, dass diese Düne und die gewaltige Landschaft nicht kommerzialisiert wurde (wie es wahrscheinlich in Europa der Fall wäre), sondern man einfach hin fahren konnte, aussteigen und rauflaufen. Vollkommen alleine in der Natur. Wir haben also unsere Schuhe ausgezogen und uns an den Aufstieg gemacht. Nach ein paar kleinen Pausen und unter Zuhilfenahme unserer Arme, kamen wir oben an und der Anblick, der sich uns bot, war einfach nur …. impressive. Wir waren dort oben vollkommen alleine, um uns rum nur Sand und in Sichtweite der Atlantik. Dieser Gegensatz ist beeindruckend und so unwirklich. So viel Wasser und direkt daneben eine Sandwüste ohne jegliches Leben. Wir vier haben diesen Moment zusammen sehr genossen und beim Versuch die Düne dann auf dem Bauch runter zu rutschen hatten wir irgendwann Bauchschmerzen vor Lachen. Es war ein unglaublich berührendes und prägendes Erlebnis und ich hoffe, die Bilder vermitteln zumindest ansatzweise, wie gewaltig die Natur dort ist.

Den Montag hatten wir ja, olé olé, frei (Teacher’s Day, was für eine gute Erfindung). Wir sind gemütlich frühstücken gegangen und haben dabei die Bedienung in meinem Lieblingscafé leider sehr durcheinander gebracht. Wir hatten nämlich beschlossen, ausgiebig zu Brunchen und verschiedene „Gänge“ zu essen. Als wir also nach der „ersten Runde“ nochmal nach der Karte gefragt haben, zeigte sich unser Kellner reichlich verwirrt. Nachdem wir dann sogar noch eine dritte Runde wollten, hat die Bedienung wohl endgültig an unserem Verstand gezweifelt. Nach einem Cream-Cheese-Bagel, einem Pancake und einem Käsekuchen und natürlich viel Kaffee, habe ich zusammen mit den anderen glücklich den Laden verlassen (die mindestens so viel gegessen hatten^^), um noch einmal am Strand spazieren zu gehen. Alles in allem hat sich dieses Wochenende angefühlt, wie ein richtiger Urlaub in der Heimat, so anders war alles. So schön es hier auch ist, habe ich dort gemerkt, was mir fehlt und es dann doch sehr genossen, diese Dinge mal für ein paar Tage wieder zu haben.Jetzt sind wir wieder Zuhause in der Hitze angekommen. Ich dachte ja, es wird nicht so schlimm und ich konnte mir das nicht wirklich vorstellen, aber es ist SO heiß. Unfassbar. Es ist so warm, dass es momentan kein kaltes Wasser gibt. Das kalte Wasser heizt sich in der (total aufgeheizten) Leitung so auf, dass es warm ist wenn‘s rauskommt. Also kein kaltes Wasser. Klimaanlagen gibt es hier ja eh nicht…. Also genießen wir draußen etwa 38 Grad, drinnen so um die 30. Und alle sagen immer zu uns „Es ist erst Frühling, es wird noch viiiiel wärmer.“ Ich versuche jetzt schon den „seriöse Lehrerinnen“-Look sehr sommerlich zu interpretieren, aber mehr – oder besser gesagt weniger – geht da nicht mehr. Also Augen zu und durch…

Das war‘s von mir und meinem herrlichen Wochenende ´:)

Und weil mal wieder das WLAN nicht funktioniert hat (und auch immer noch nicht funktioniert…) ist mittlerweile schon wieder ein Wochenende vergangen seit dem oben erwähnten.

Auch das jetzige Wochenende war super schön:)

Hier eine kurze Story dazu…Hatten gestern einen total entspannten Tag und abends dann sehr Lust auf weggehen. Also haben wir uns Garry, Lehrer an Navis Schule, geschnappt damit er uns mit in die Locasa (Township) mitnimmt zum Feiern. Denn (klingt hart, ist aber so) bei den Weißen hier ist tote Hose, da gibt’s garnix wohingegen bei den Schwarzen in der Locasa immer die Party abgeht J Stilecht wurden wir mit dem Pickup abgeholt und sind dann hinten auf der Ladefläche durch Otjiwarongo „down-town“ gefahren. Allein das war scho ein Erlebnis. Angekommen in dem „Club“ (der wie alles andere auch nur eine Wellblech-Hütte war, nur etwas größer) wurden wir erstmal beäugt wie eine seltene Spezies. Es ist wohl schon länger her, dass sich weiße Mädels dorthin verirrt haben. Als sich alle aneinander gewöhnt hatten konnte der Spaß losgehen und vor allem die afrikanischen Frauen sind so offen und nett und haben uns gleich alle möglichen „African-Dance-Moves“ beigebracht J Und so haben wir kulturellen Austausch betrieben und bis spät in die Nacht getanzt. Das werden wir definitiv as soon as possible wiederholen!Liebe Grüße aus der Hitze (gestern 42 Grad …..)


 
 
 

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